Donnerstag, 14. April 2011

Glasspezialist Fritsch Stiassny stellt Fehlinformationen um Zerstörung der Hologramme im Jüdischen Museum Wien richtig

Glasspezialist Fritsch Stiassny stellt Fehlinformationen um Zerstörung der Hologramme im Jüdischen Museum Wien richtig

Die 1870 gegründete Fritsch Stiassny ist nach 20
Jahren Konzernzugehörigkeit wieder in privaten Händen. Die Wiener
Traditionsmarke im innovativen Glasbau wurde mit März 2011 von ihrem
ehemaligen Betriebsleiter Heinz Haring übernommen.
Fritsch Stiassny steht für Glaskompetenz: Das Unternehmen prägt
als verlässlicher Partner innovativer Architekten und Bauherren das
moderne Wien: Mit dem Palmenhaus, dem Museumsquartier, dem Palais
Coburg oder im von Jean Nouvel geplanten Sofitel setzte das
Unternehmen Marksteine im Glasbau. Auch die Arbeit mit Künstler/innen
im In- und Ausland spielt eine wichtige Rolle. Haring: “Die
Zusammenarbeit mit Eva Schlegel, Dan Graham, oder Monica
Bonvicini/Sam Durant sind wichtige Referenzen. Eine solche Referenz
ist auch das 1995 von uns mit dem Architekten Martin Kohlbauer
errichtete Projekt der 21 Hologramme im Jüdischen Museum Wien.”
Den guten Ruf für Fritsch Stiassny und sich sieht Haring durch die
Falschinformationen um die Zerstörung dieser Hologramme gefährdet und
stellt dafür eine umfangreiche und schlüssige Sachargumentation zur
Verfügung: “Wir haben die Hologramme auftragsgemäß 1995 so errichtet,
dass man sie reparieren oder abbauen kann. Wir haben im Dezember 2010
angeboten, sie abzubauen. Die wiederholt in Umlauf gesetzten
Argumente für die plötzliche Zerstörung im Jänner 2011 sind
nachweislich falsch. Auch das viereinhalb Wochen nach der Zerstörung
in Auftrag gegebene Sachverständigengutachten beinhaltet grobe Fehler
und kann die Zerstörungsentscheidung auch im Nachhinein nicht
rechtfertigen.”
Demonstration zeigt: Demontage ohne Zerstörung möglich
Nachdem Korrekturforderungen an das Jüdische Museum genauso fruchtlos
blieben wie ein Gesprächsangebot zur fachlichen Aufklärung,
entschloss man sich, der Image- und Geschäftsschädigung öffentlich
entgegenzutreten und die Konstruktion anhand eines 1:1,5-Modells am
14. April 2011 zu präsentieren sowie deren problemlosen Abbau zu
demonstrieren.

Haring hat die Konstruktionspläne und kennt als damaliger
Projektverantwortlicher das Projekt detailliert: “Die Glasexponate
wären problemlos abzubauen oder zu reparieren gewesen. Die vom
Jüdischen Museum konsultierten Personen hatten Unrecht, wenn sie
angeblich davon sprachen, dass eine Demontage ohne Beeinträchtigung
nicht möglich gewesen sei.”
Demontage-Angebot wurde nicht angenommen
Fritsch Stiassny hatte auf Anfrage des Jüdischen Museum am
21.12.2010 ein Anbot zum Abbau der Glasexponate erstellt: “Es wurden
die Demontage und der Abtransport der 21 Hologramme angeboten. Noch
am 21.1.2011 wurde vom Jüdischen Museum eine gemeinsame Besichtigung
in Aussicht gestellt. Am 25.1.2011 wurde uns per E-Mail mitgeteilt,
dass sich der Termin mittlerweile erübrigt hätte.” Laut
Medienberichten wurden die Hologramme bereits am 21.1.2011
vernichtet.
Haring unterstreicht: “Hintergründe im künstlerischen, politischen
oder wirtschaftlichen Bereich haben wir weder zu verantworten noch zu
beurteilen. Wir verantworten die handwerkliche Seite. Dieser
Verantwortung kommen wir nach, wenn wir feststellen: Die Demontage
war in der Konstruktion vorgesehen und wäre problemlos – wie dem
Jüdischen Museum angeboten und am Modell auch demonstriert – möglich
gewesen.”

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