Montag, 28. November 2022

Mitarbeiterinnen des Heeresgeschichtlichen Museums wenden sich mit Mobbingvorwürfen an die Ministerin. Der Brief im Wortlaut

ich gebe den Brief aus dokumentarischen Gründen weiter, aber ohne jeden eigenen Kommentar. GF


Beschwerde über das Verhalten (Mobbing-/Bossingverdacht) unseres Dienststellenleiters, HR Dr. M. Christian Ortner, Direktor des Heeresgeschichtlichen Museums

An die

Frau Bundesministerin Mag.a. Klaudia Tanner

Bundesministerium für Landesverteidigung Rossauer Lände 1

1090 Wien

Sehr geehrte Frau Bundesministerin!

Wir als aktive und ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Heeresgeschichtlichen Museums wenden uns mittels dieses Briefes an Sie, um die Zustände, die besonders seit den vergangenen 10 Jahren im Heeresgeschichtlichen Museum gang und gäbe sind, endlich publik zu machen, nachdem frühere Ersuchen um Unterstützung an Vorgesetzte keine Ergebnisse gebracht haben. Da im Artikel „18 Bewerbungen für Direktion im Heeresgeschichtlichen“ vom 28. September in der Tageszeitung „Der Standard“ berichtet wurde, dass sich unser derzeitiger Dienststellenleiter, HR Mag. Dr. M. Christian Ortner, nicht nur wieder um den Arbeitsplatz des wissenschaftlichen Direktors des HGM beworben hat, sondern auch durchaus wieder die Möglichkeit einer Neubestellung bestehe, haben wir verzweifelt den Mut gefasst, uns in dieser Angelegenheit direkt an Sie zu wenden. Wir schreiben diesen Brief auch im Namen zahlreicher Bediensteter, die es angesichts zu erwartender „Konsequenzen“ nicht wagen, sich ebenfalls offen zu bekennen.

Wir erheben hiermit gegen Herrn Direktor Dr. Ortner und seine Führungsmannschaft Beschwerde wegen wiederholten Mobbings (Bossing) im Sinne des § 43a BDG 1979

Beamtinnen und Beamte haben als Vorgesetzte ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und als Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter ihren Vorgesetzten sowie einander mit Achtung zu begegnen und zu einem guten Funktionieren der dienstlichen Zusammenarbeit beizutragen. Sie haben im Umgang mit ihren Vorgesetzten, Kolleginnen und Kollegen sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Verhaltensweisen oder das Schaffen von Arbeitsbedingungen zu unterlassen, die deren menschliche Würde verletzen oder dies bezwecken oder sonst diskriminierend sind.

Durch Direktor Ortner und sein Führungsteam wurde in den vergangenen Jahren im Heeresgeschichtlichen Museum bewusst ein Klima der Angst, der Drohungen und der Konflikte erzeugt, wodurch es zu einer massiven psychischen Belastung am Arbeitsplatz gekommen ist. Gerade die Konflikte wurden bewusst erzeugt und geschürt (frei nach dem Spruch „je mehr sie miteinander kämpfen, desto leichter kann ich sie führen“).

Die Auswirkungen dieses Klimas lassen sich an der großen Anzahl an Krankenständen ablesen, die zwar von Direktor Ortner immer wieder auf die „Überalterung“ der Belegschaft geschoben wurde, in Wahrheit aber zu einem Gutteil der psychischen Belastung geschuldet ist (abzulesen am Anstieg an Burnout-Fällen und damit verbundenen Langzeitkrankenständen wie auch an anderen schweren Erkrankungen, Herzinfarkten usw.). Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter war die „Flucht in den Krankenstand“ über Jahre die einzige Möglichkeit, um den Zuständen am Arbeitsplatz zumindest kurzfristig entkommen zu können. Zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigen bis heute täglich Psychopharmaka, um den Arbeitsalltag bestreiten zu können.

Neben abwertenden Äußerungen über die Belegschaft und einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden innerhalb und außerhalb der Dienststelle Gerüchte, Unwahrheiten und Beleidigungen verbreitet. Immer wieder wird betont, wie „unfähig“ alle Mitarbeiter des HGM wären. Den bösartigen und nachteiligen Äußerungen konnten wir bisher nie entgegentreten, da neben Direktor Ortner nur ein kleiner und ausgesuchter Kreis für das Museum nach außen spricht. Dazu kommt, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer wieder vor allem verbal massiv bedroht werden (O-Ton: „Du bist ein Krebsgeschwür, das man herausschneiden muss.“, „Ich mache dich einen Kopf kürzer.“ „Du bist ein Feind des Museums.“). Die Drohungen erstreckten sich auf Kündigung bzw. Entlassung, den Einsatz der militärischen Geheimdienste („Das Abwehramt weiß alles was du sagst, ich habe sie schon informiert.“) und dem „Versprechen“, einem das dienstliche Leben zur Hölle zu machen. Man solle sich nur ja nicht „wohl fühlen“. So werden schriftliche Ermahnungen und dienstrechtliche Verfahren, die bisher allesamt zugunsten der Mitarbeiter ausgegangen sind (wobei allerdings bis jetzt niemals jemand hinterfragt hat, warum diese Verfahren überhaupt angestrengt wurden) immer wieder eingesetzt, um einzuschüchtern, zu demütigen und zu bestrafen. Dabei werden oftmals Begründungen geradezu an den Haaren herbeigezogen. Diese Praxis begann in Wahrheit bereits kurz nach dem Amtsantritt von Direktor Ortner (siehe Beilage – dort kam es zur letztlich vom Gericht aufgehobenen Kündigung, weil der entsprechende Bedienstete Direktor Ortner beim Betreten eines Saales im Museum nicht zuerst gegrüßt hatte). Bis heute haben die vorgesetzte Dienststelle und alle involvierten Abteilungen das, wie bereits erwähnt, noch nie hinterfragt.

Dazu treten „Kleinigkeiten“ wie beispielsweise Verbote, mit bestimmten MitarbeiterInnen Mittag zu essen („Man muss sich schon aussuchen, mit wem man Mittagessen geht.“), oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Informationen zukommen zu lassen. Genau diese künstliche „Verknappung“ von Informationen ist eine weitere Form der üblichen Machtausübung und des Bossings im HGM. Nur wer im engsten Kreis der Leitung aufgenommen ist, bekommt Informationen. Das führt oft zu Bloßstellungen gegenüber Außenstehenden, und außerdem ist es uns dadurch oft unmöglich, unseren eigentlichen Aufgaben nachzukommen zu können.

Dazu wurde in zahlreichen Fällen ausdrücklich gegen § 45 BDG 1979, BDG 1979 - Beamten- Dienstrechtsgesetz 1979 verstoßen.

(1) Der Vorgesetzte hat darauf zu achten, daß seine Mitarbeiter ihre dienstlichen Aufgaben gesetzmäßig und in zweckmäßiger, wirtschaftlicher und sparsamer Weise erfüllen. Er hat seine Mitarbeiter dabei anzuleiten, ihnen erforderlichenfalls Weisungen zu erteilen, aufgetretene Fehler und Mißstände abzustellen und für die Einhaltung der Dienstzeit zu sorgen. Er hat das dienstliche Fortkommen seiner Mitarbeiter nach Maßgabe ihrer Leistungen zu fördern und ihre Verwendung so zu lenken, daß sie ihren Fähigkeiten weitgehend entspricht.

(1a) Die oder der Vorgesetzte hat im Falle eines drohenden Verfalls des Erholungsurlaubes gemäß § 69 oder eines absehbaren Ausscheidens einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters aus dem Dienststand oder aus dem Dienstverhältnis rechtzeitig, unmissverständlich und nachweislich darauf hinzuwirken, dass ihre oder seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Erholungsurlaub in Anspruch nehmen können und auch in Anspruch nehmen.

(2) Der Leiter einer Dienststelle oder eines Dienststellenteiles hat außerdem für ein geordnetes Zusammenwirken der einzelnen ihm unterstehenden Organisationseinheiten zum Zwecke der Sicherstellung einer gesetzmäßigen Vollziehung sowie einer zweckmäßigen, wirtschaftlichen und sparsamen Geschäftsgebarung zu sorgen.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden in ihrem beruflichen Fortkommen massiv beeinträchtigt und benachteiligt. So wurden etwa im Zuge von internen Ausschreibungen Bewerbungsgespräche bewusst manipuliert, um einzelnen Personen den beruflichen Aufstieg oder auch nur den Wechsel von Zuständigkeiten zu verwehren – um sie nicht zu „belohnen“. Dazu wurde die inner- und außerberufliche Weiterbildung des größten Teils der Belegschaft aktiv behindert – das wurde nur einem engen Kreis ermöglicht, der Rest sollte nicht in den Genuss einer solchen „Belohnung“ kommen.

Überstunden werden nur für „bestimmte“ auserwählte Personen bewilligt. Auch Urlaube bzw. Zeitausgleich (Zeitausgleich in Anspruch zu nehmen wird wieder nur einem „bestimmten“ Personenkreis bewusst massiv erschwert) wird in einzelnen Fällen ebenfalls nicht genehmigt. So wurde einer „bestimmten“ Personengruppe (den Mitarbeitern des Objekt 15) die Inanspruchnahme von Erholungsurlaub und von Zeitausgleich an Fenstertagen oft einfach mit der Begründung verwehrt, dass „der Direktor das nicht will.“ In einem Fall wurde ein Urlaubsgesuch in der Post liegengelassen, um dann die „nicht rechtzeitige“ Bekanntgabe und die damit verbundene unerlaubte Abwesenheit vom Arbeitsplatz als Anlass für Disziplinarmaßnahmen (schriftliche Ermahnung) heranziehen zu können. Auch ein freiwilliges und unentgeltliches gemeinnütziges Engagement innerhalb des Bundesheeres wird „bestimmten“ Mitarbeitern, die Direktor Ortner nicht zu Gesicht stehen, bewusst erschwert.

Zuständigkeiten und Kompetenzen von Referats- und Abteilungsleitern werden seit Jahren nicht nur durch das Platzieren von Unwahrheiten, sondern teils auch vor deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bewusst untergraben, um die dienstliche und private Autorität und Glaubwürdigkeit der Betroffenen ins Lächerliche zu ziehen (ein AL muss sich beispielsweise seinen eigenen Urlaubsschein von seinem Stellvertreter genehmigen lassen, der selbst immer wieder – akademische und militärische – Titel führt, die er jedoch nicht verliehen bekommen hat – Anm.: Das wurde vom betreffenden Abteilungsleiter immer wieder den Vorgesetzten gemeldet, jedoch blieb eine entsprechende Disziplinarmaßnahme bis heute aus. Bei der Eröffnung der Panzerhalle wurde dieser Bedienstete – den Direktor Ortner immer wieder als seinen „besten Mann“ bezeichnet – vom Dienststellenleiter Direktor Ortner selbst als Herr Mag. vorgestellt. Der Clip findet sich bis heute auf Youtube).

Kritik oder auch Bestrafungen erfolgen oft vor anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um die entsprechende Person bewusst zu demütigen. In einem Fall kam es zu einer Kündigung eines Abteilungsleiters noch kurz vor der Pensionierung, um den Zuständen so schnell wie möglich entkommen zu können. Auch die Verteilung von Prämien erfolgte bei zumindest einer Gelegenheit öffentlich, um die Mitarbeiter zu „bestrafen“ und lächerlich zu machen, die ohne Angabe von Gründen keine Belohnung zuerkannt bekommen haben.

Seit Jahren werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ganz bewusst nicht ihren Fähigkeiten entsprechend eingesetzt, im Gegenteil wird aus Gründen der Machtausübung und Kontrolle immer wieder darauf geachtet, dass sie nur ja nicht zu viel „Spaß“ bei der Arbeit haben. So werden bereits seit Jahren Bedienstete, welche die Voraussetzungen für entsprechend höherwertiger Arbeitsplätze haben, nur betraut, um psychischen Druck in Form von Abhängigkeit aufzubauen. Motivation und Engagement werden auch so seit Jahren unterdrückt.

Es werden teilweise über längere Zeit keine (oder auch nicht erfüllbare) Arbeitsaufträge verteilt, dann aber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Vorwurf gemacht, man würde nichts tun. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen effektiv arbeiten und etwas schaffen, haben Ideen, fast alle Versuche, diese zu präsentieren, werden aber ins Lächerliche abgetan („Misch dich nicht ein.“ „Da denken viel zu viele Leute darüber nach.“). Letztendlich enden diese Versuche zumeist in einer Zurechtweisung und Abwertung der Vorschläge. Somit macht jeder nur noch das Notwendigste, außerdem scheitert das berufliche Engagement dazu noch oft am bereits erwähnten Informationsmangel. Die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben inzwischen resigniert. Dann erfolgt allerdings immer wieder die teils beleidigend vorgetragene Kritik, alle würden faul sein und nichts tun, gleichzeitig aber haben bzw. mussten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr als einmal für private Projekte von Herrn Direktor Ortner in ihrer Dienstzeit Arbeiten leisten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfuhren teilweise erst nach getaner Arbeit, dass es sich um solche privaten Projekte gehandelt hat. Um keine dienstlichen Nachteile erfahren zu müssen, wurden diese auch erledigt und etwaige Meldungen entfielen.

Rückmeldungen auf erledigte dienstliche Arbeiten bleiben leider zumeist aus, teilweise sogar monate- bis sogar jahrelang. In einigen Fällen wurden auch schon über Jahre keine Mitarbeitergespräche gem. VBl I 26/2009 geführt, um den unangenehmen Kontakt mit einzelnen Mitarbeitern zu vermeiden. Viele der Betroffenen wagten schließlich nicht, diese Unterlassungen gegenüber den Vorgesetzten einzufordern, weil sie verängstigt waren und dienstliche Nachteile erwarten mussten. Gerade im Bereich der Forschung wurde Mitarbeitern die Erfüllung ihrer dienstlichen Aufgaben bewusst erschwert, zum Beispiel durch die Nichtgenehmigung von Dienstreisen und von dringend benötigter Arbeitsausstattung (Laptop, Handy oder Internet).

Viele der aufgezeigten Missstände wurden auch schon vom HPD aufgezeigt, durch die vorgesetzte Dienststelle wurde eine Nachevaluierung jedoch nicht vorangetrieben. Im Gegenteil wurde der HPD-Bericht vom Führungsteam des HGM als „Ausrede“ verwendet, um Bestrafungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (Zimmerrochaden, Verwendungsänderungen usw.) durchzuführen, die sich dem HPD anvertraut haben. In einem Fall führte das zu einem Versetzungsersuchen. Bislang hat sich jedoch nichts zum Besseren gewendet, im Gegenteil sind seitdem wieder einige Burnout-Fälle und andere schwere (auch stressbezogene) Erkrankungen verbunden mit langen Krankenständen aufgetreten. Auch Mag. Hitz kam in seiner Evaluierung des HGM zu diesem Ergebnis.

Bestimmte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren außerdem permanenter Kontrolle ausgesetzt, zum Beispiel wurden Kameras installiert, die in einem Fall auch die Toiletten und den Gemeinschaftsraum überwachten. Die Beschwerde beim Datenschutzbeauftragten/BMLV war erfolgreich. Bei „Kontrollgängen“ von Mitgliedern des Führungszirkels wurde immer wieder kontrolliert, ob zum Beispiel Zeitungen auf den Tischen der Gemeinschaftsräume lagen oder ob die Autos bestimmter Mitarbeiter auch nach dem Mittagessen noch da waren bzw. wo diese standen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich beim Lesen und beim Hören der parlamentarischen Anfragen bzw. Sitzungen und des Rechnungshofberichtes immer wieder Gedanken gemacht, warum dermaßen viele Unwahrheiten und Ungereimtheiten aufgetaucht sind und thematisiert wurden. Trotzdem blieb die Hoffnung lange Zeit aufrecht, dass sich bald etwas zum Guten wenden würde.

Die aufgezählten Argumente sind nur ein kleiner Teil unserer Beschwerden. Auch wenn Direktor Ortner nicht alle Verfehlungen persönlich gesetzt hat, geht das katastrophale und menschenverachtende Klima im HGM ursächlich auf ihn zurück. Es kam ihm und seinem engsten Zirkel (sowie seiner rechten Hand) immer darauf an, Konflikte zu schüren und Furcht und „Disziplin“ zu installieren. Das liegt anscheinend – wie in der Beilage von der befassten Richterin auch angesprochen – an der Führungsschwäche und dem Mangel an Selbstbewusstsein der entsprechenden Personen. Für uns ist es, wie auch der HPD ausführlich in seinem Bericht festgestellt hat, aus Spezialisierungsgründen leider oft schwer, die Dienststelle einfach zu wechseln, viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind aus fachlichen oder aus Altersgründen in den jetzigen Zuständen gefangen.

Wir stehen zu jedem der geäußerten Vorwürfe und wollen diese mündlich, jedenfalls unter Wahrheitsverpflichtung und wenn notwendig unter Eid vor einer entsprechenden Untersuchungsbehörde konkretisieren und in allen Details vorbringen. Gleichzeitig können Sie sich aber vorstellen, dass wir mit starken Bauchschmerzen den wahrscheinlich auf uns zukommenden Sanktionen entgegenblicken, die uns aufgrund dieser ehrlichen Worte und des Hilfeersuchens an Sie in der nächsten Zeit von unserem Dienststellenleiter und seiner rechten Hand erwarten werden.

Abschließend erlauben wir uns die Bemerkung, dass wir jedem anderen neuen Direktor mit Freude entgegensehen, denn es kann nur besser werden. Eine Weiterbetrauung von Herrn Direktor Ortner und das Weiterbestehen des jetzigen „Systems“ im HGM wäre dagegen eine Katastrophe für das Haus und für uns, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Wir bitten daher hochachtungsvoll um Ihre Unterstützung und ein offenes Ohr, für die Mitarbeiter des HGM 

Katastrophe für das Haus und für uns, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Wir bitten daher hochachtungsvoll um Ihre Unterstützung und ein offenes Ohr, für die Mitarbeiter des HGM

Sonntag, 27. November 2022

Heeresgeschichtlichen Museum. Eine Neuausschreibung ist nötig. Offener Brief

Das Heeresgeschichtliche Museum muss die Leitungsposition neu ausschreiben und kann die massive Kritik am Museum und seiner bisherigen Ausrichtung nicht ignorieren! 

Seit Jahren steht das Heeresgeschichtliche Museum in der Kritik. Der Rechnungshof, mehrere vom Ministerium eingesetzte Kommissionen, eine zivilgesellschaftliche Gruppe #hgmneudenken, viele HistorikerInnen und MuseologInnen und die Medien haben die Geschichtsideologie der Dauerausstellung, zahllose organisatorische Mängel, aufklärungsbedürftige Naheverhältnisse zu rechtsextremen Kreisen, das Fehlen einer klaren und zukunftsweisenden Konzeption und vieles andere mehrfach kritisiert. Große Teile der Belegschaft berichten zudem öffentlich von dramatischen Fällen von Mobbing.

 

Nach langen Verzögerungen wurde die Direktion des HGM 2022 endlich neu ausgeschrieben. Die fast ausschließlich aus Berufsoffizieren und Ministerialjuristen zusammengesetzte Berufungskommission hat sich in einem intransparenten Berufungsverfahren für einen Dreiervorschlag entschieden, in dem offenbar vorwiegend Personen bevorzugt wurden, die in einem Naheverhältnis zum Ministerium stehen.

 

Dies legt den Schluss nahe, dass eine dringend nötige, auf wissenschaftliche, museologische und gesellschaftliche Diskurse des 21. Jahrhunderts aufbauende Neuausrichtung des Museums offenbar verhindert werden soll. Die vielstimmige und anhaltende Kritik am Museum wird ignoriert und konstruktive Vorschläge werden nicht gehört.

 

Die Unterzeichnenden fordern eine Neuausschreibung und ein Berufungsverfahren, das öffentlich und unter Einbeziehung in- und ausländischer ExpertInnen stattfindet und den Weg zur grundlegenden Erneuerung des Museums öffnet.

 November 2022

  


Mittwoch, 23. November 2022

Mehr Bock zum Gärtner war nie. Christian Ortner wird Leiter des Heeresgeschichtlichen Museums bleiben

Es gibt massive Hinweise, daß Herr Ortner im Heeresgeschichtlichen Museum sein eigener Nachfolger wird. 

Er, der von Rechnungshof und von mehreren Kommissionen massiv kritisiert wurde und der vom Ministerium selbst nicht verlängert, aber interimistisch eingesetzt wurde, er, der von Museolginnen, Kuratorinnen, Historikerinnen etc. in mehreren Veranstaltungen massiv kritisiert wurde, er dessen Museumsleitung den unbestrittenen Reformbedarf des Museums verursacht hat, er ausgerechnet ist intern im Ministerium nicht nur im Dreiervorschlag gelandet sondern intern auch Favorit, informell bereits erstgereiht.



Verführung (Texte im Museum 1101)

 


Werbung (Texte im Museum 1100)

 


Dienstag, 22. November 2022

Klimaaktivisten im Museum? Böse? (Sokratische Fragen)

Der Guardian"-Kolumnist Monbiot fragt: "Interessieren wir uns wirklich mehr für van Goghs Sonnenblumen als für die echten?“

Die Frage sei hiermit weitergegeben

Montag, 21. November 2022

Nachricht aus Kakanien: Wird Christian Ortner sein eigener Nachfolger im Heeresgeschichtlichen Museum?


Zur Illustration der mionisteriellen Politik ist mir nur das eingefallen: Wolf Vostells "Endoegne Depression", hier vielleicht zu übersetzen "Das Ministerium und sein Kandidat"

Die Debatte um das Heeresgeschichtliche Museum wurde von Vorwürfen ausgelöst, die die politische Haltung des Museums betrafen, sein Geschichtsbild, die Geschäftsführung und finanzielle Gebarung sowie museologische Defizite. Die Vorwürfe stammen aus Evaluierungen des Rechnungshofes, den Erhebungen mehrerer Kommissionen und aus mehreren zivilgesellschaftlich getragenen Veranstaltungen, auf denen namhafte WissenschafterInnen und MuseumsepertInnen zu Wort kamen.

Eine Konsequenz der Kritik am Museum war, daß sein Leiter, Christian Ortner, nicht wiederbestellt wurde. Allerdings setzte ihn das Ministerium interimistisch wieder als Leiter ein. Obwohl es doch auf der Hand liegt, daß er die Verantwortung für die Situation des Museum trägt.

Nun findet sich Christian Ortner im Dreiervorschlag der ministeriellen Besetzungskommission. Ein Signal, daß ihn das Ministerium ernsthaft als seinen eigenen Nachfolger in Erwägung zieht. Die Absurdität dieser Situation macht einen fassungslos. Wenn Reformbedarf außer Zweifel steht und, wie ich gehört habe, der Reformwille auch Grundlage der Gespräche in der Berufungskommission war, wieso soll dann der für den Reformbedarf ursächlich verantwortliche Leiter, den wie gesagt das Ministerium selbst nicht weiterbestellt hat, der geeignete Leiter des Museums sein?

Nicht völlig unerwartet dürfte der Wunsch nach tiefgreifender Reform des Museums scheitern. Denn ein zweiter Kandidat kommt, wie Ortner auch aus dem Ministerium. Das hat in den Berufungsgesprächen den Bewerbern klargemacht, daß deren Autonomie stark eingeschränkt sein würde und das Ministerium sich wesentliche Entscheidung vorbehalte. Mit anderen Worten, ein selbstverantwortliches, nach zeitgemäßen wissenschaftlichen, museologischen und organisatorischen Prinzipien geführtes Museum ist ganz klar unerwünscht.

Ausstellungseröffnung (Texte im Museum 1099)

 

Eingang zur Ausstellung "perfect love" im Kunstmuseum St.Gallen. Man läuft auf ein Werk von Felix Gonzales Torres zu: Untitled (Perfect lovers) 1991. Zwei Uhren, deren Zeiger ihre Synchronizität um wenige Sekunden verloren haben... Foto: GF

Intervention (Texte im Museum 1098)

 

In der Ausstellung "perfect love" des Kunstmusuems St.Gallen hat Beni Bischof mit Filzstift an die Wände schreiben, kritzeln und zeichnen dürfen - schräge Interventiuonen in einer ansonst eher pedantischen Ausstellung

Orientierung (Texte im Museum 1097)

 

Ausstellung "Perfect love" Kunstmuseum St.Gallen

Lieblingsobjekte (Texte im Museum 1096)

 

Folder zur Ausstellung "Perfect love" des Kunstmuseum St.Gallen Foto GF

Textsorten (Texte im Museum 1095)

Die Fassade des Kunstmuseums St.Gallen im November 2022. Welche Textsorten findet man auf diesem Wimmelbild? Da ist zunächst mal die Inschrift MUSEUM, die keinen Zweifel aufkommen läßt, wo wir uns befinden und was uns erwartet, wenn wir das Gebäude betreten. "Offen" signalisiert uns, daß wir tatsächlich und jetzt eintreten können, was bei der Geschlossenheit von Fassade, Treppe und Türen hilft, diese symbolische Liminalität zu überwinden, unsere "Schwellenangst". "Cafe" verheißt Genuss und Konsum jenseits der Askese, die und Museen bezüglich ihrer Objekte verordnen. 
Links unten, vom Ärmel der tanzenden Brunnenfigur etwas verdeckt, informieren Plakate über die laufenden Ausstellungen.
Bleibt das Rätsel der Inschrift "Die letzten tage des Patriarchats". Ein Überbleibsel einer längst beendeten Ausstellung, wie man mir an der Kassa des Museums, mitteilt. Aber warum am Museum? Ist hier das Patriarchat besonders angezählt? Ist es ein Statement der Museumsleitung? Soll es etwas zur Haltung des Hauses aussagen. 

Waiting for... (Texte im Museum 1094)

Museum of Emptiness St.Gallen Foto GF