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Sonntag, 17. Mai 2026

Montag, 5. Januar 2026

Was zeichnet ein Museum aus?

 

Was zeichnet ein Museum aus?


Seine Sammlung?

Seine Lage?

Seine Themen?

Seine Haltung?

Seine Besucherquote?

Seine partizipativen Projekte?

Seine Mitarbeiterinnen?

Sein Vermittlungskonzept?

Seine Diversität?

Seine Architektur?

Sein Medienecho?

Seine Auszeichnungen?

Sein Café?

Seine Forschung?

Seine Zukunftsfähigkeit?

Seine Ausstellungen?

Seine Organisationskultur?

Seine Niederschwelligkeit?

Sein Leitbild?

Seine Botschaften?

Seine Öffnungszeiten?

Sein Veranstaltungsprogramm?

Seine politische Haltung?

Sein Eintrittspreis?

Montag, 14. April 2025

Wobei man nicht schon überall mitmachen darf

 

MiniMuseum im GrazMuseum (2025)

Mal ganz was Neues

Das diesjährige Thema "Die Zukunft der Museen in einer sich schnell verändernden Gesellschaft" zeigt die Rolle von Museen als wichtige Vermittler, Innovationen und Verwalter der kulturellen Identität.

Abgesehen davon, daß der Satz ein sprachliches Ungetüm ist (was kann ein Thema "zeigen"?), das knapp vorm Kollabieren ist: was sagt er? Vor allem, daß mit den Museen ohnehin alles wunderbar in Ordnung ist, die wichtig und innovativ sind. Ist den AutorInnen dieser Ankündigung klar, daß ihre Charakteristik keineswegs nur eine Zeirdiagnose ist, sondern eine Charakterisierung von Musealisierung. Das heißt eines Prozesses, aus dem heraus Museen entstehen und verstehbar sind?

 


Freitag, 14. März 2025

Museumsverbot (Sokratische Frage)

Erik af Klint, forderte in der schwedischen Tageszeitung Dagens Nyheter ein Museumsverbot für die Werke der Malerin Hilma af Klint, meldet Tobias Timm in der Zeit: "In Zukunft sollen af Klints Bilder nach seinem Willen nur noch in einem Tempel für eine ausgewählte Gruppe 'spirituell Suchender' gezeigt werden." 

Aber ist das Kunstmuseum nicht ohnenhin ein Eldorado spirituell Suchender? :))


Freitag, 31. Januar 2025

Das Museum kann ihre Gesundheit verbessern

Peter Fritz: "Für mich ist klar: Museumsbesuche können Menschen verändern. Daher freue ich mich, dass wir als Salzburger Freilichtmuseum Partner der Studie der Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) von Prof. Arnulf Hartl und seinem Team sein dürfen. Sie untersucht die Wirkung von naturbasierten Therapien in unserem Museum. Vergleichsstudien laufen in Barcelona und Padua.

Ich bin überzeugt, dass Kunst und Kultur relevante Faktoren für die individuelle und gesellschaftliche Resilienz sind. Sich dieser Hypothese evidenzbasiert anzunähern, sehe ich als einen zusätzlichen Mehrwert für uns Museen und Kulturbetriebe."

Samstag, 23. Dezember 2023

Das Museum als Wohnzimmer und Marktplatz

 

In Deutschland haben in diesem Jahr 9000 Geschäfte dicht gemacht, von aufgegebenen Büros gar nicht zu reden. Das läuft jetzt alles digital, schreibt Niklas Maak in der FAZ. Was tun mit dem ganzen Platz? Der Künstler Christian Jankowski hatte eine Idee und in Lübeck ein paar aufgegebene Kirchen mit Schlafsofas und anderem möbliert. Genial, findet Maak: "Menschen lagen hier in den Kissen, als seien sie zu Hause, der Effekt war fast surrealistisch und vollkommen erstaunlich: Die Trennung zwischen dem öffentlichen Raum (der durch die Folgen der Digitalisierung gerade in großen Teilen verödet) und dem privaten Wohnzimmer (von dem aus online gearbeitet und online eingekauft wird) verschwamm. ... Schon heute stellen Museen wie die Tate Modern fest, dass gerade jüngere Menschen die Foyers der Ausstellungshäuser als kollektives Wohnzimmer nutzen; dass sie sich dort treffen und ganze Tage verbringen und tun, was früher auf dem Marktplatz stattfand: Informationen austauschen, Dinge kaufen, die Vorbeigehenden beobachten."

Museologische Christianisierung

Das Bayrische Nationalmuseum wünscht uns was

Giorgia Meloni, neofaschistische Minsterpräsidentin Italiens, Friedrich Merz, CDU-Parteivorsitzender und Johanna Mikl-Leitner, Landeshauptfrau Niederösterreichs können nicht irren: sie alle wollen zu Weihnachten Liedgut, Baum und Krippen als Stärkung der "Leitkultur" (F.Merz).

Eine Speerspitze dieser christlichen Leitkultur sind Museen, die zuverlässig alljährlich Einschlägiges aufbereiten. Wie viele Museen in Österreich werden wohl heuer wieder Krippen ausstellen?

Friedrich Merz: "Wenn wir von Leitkultur sprechen, von unserer Art zu leben, dann gehört für mich dazu, vor Weihnachten einen Weihnachtsbaum zu kaufen. Es ist die Art von christlich-abendländisch geprägter kultureller Identität, die sich über Generationen überträgt, von der unsere Kinder geprägt sind und die sie dann so oder so ähnlich selbst weitertragen.


Italiens Regierung will gesetzlich regeln, wie die Feiertage an Schulen und Unis auszusehen haben. Wer Krippen vom Schulhof entfernt, könnte dann bestraft werden. Der Gesetzentwurf besteht laut einem Bericht der Zeitung Il Messaggero aus vier Artikeln. Die Einleitung behandele "die Achtung der christlichen religiösen Traditionen und der sie kennzeichnenden Symbole".

Mikl-Leitner "Das christliche Brauchtum wird hoch gehalten und das Kreuz in den Klassenzimmern nicht angegriffen. Es ist ein wichtiges Symbol für unseren Kulturraum"


Vorarlberg-Museum: "Laternenkrippen, Schneekrippen, orientalische oder alpenländische Krippen – das Krippenbauen ist in Vorarlberg überaus populär. Das vorarlberg museum wollte diese Volkskunst dokumentieren und fand im Landeskrippenverband mit dem damaligen Landeskrippenpfleger Erich Kirner einen idealen Partner. 19 Krippenvereine des Landes haben in den letzten Jahren eigens für das Landesmuseum je eine Weihnachtskrippe gebaut. Eine Sammlung ist entstanden, die nun in der heimeligen Atmosphäre des Veranstaltungssaals zu sehen ist." 

Und noch einmal das Landesmuseum, diesmal aktuell, 2023. Über diese Krippe ist alles bekannt. Der Krippenverein Braz war einer von 19 Krippenbauvereinen Vorarlbergs, die eigens für die Kulturgütersammlung des Landes eine Krippe gebaut und gestiftet haben. Wir bedanken uns bei Ihnen für Ihr Interesse an den Objekten mit Fragezeichen aus der Sammlung des vorarlberg museums, einige wertvolle Hinweise gingen ein. 
Wir wünschen Ihnen frohe Weihnachten!







Sonntag, 20. August 2023

ARTEM NON ODIT NISI IGNARUS. Eine Petitesse zur Museumspolitik als Diskriminierung

 

Ehedem Neues Museum, heute Museum für Vor- und Frühgeschichte. Berlin. 

Die Inschrift über dem Neuen Museum lautet: Artem non odit nisi ignarus. Übersetzt wird das mit: Nur der Unwissende verachtet die Kunst.

Eine Inschrift die erstaunt. Denn sie feiert nicht die Institution oder ihre Aufgabe, sondern ein Kriterium der Distinktion. Es gibt Wissende und Unwissende. Selbstverständlich ist das eine soziale Distinktion. Bildung hat, wer entsprechend (schulisch) ausgebildet wurde und in der Familie mit Bildung infiziert wurde. Und es hängt fast ausschließlich vom sozialen Status ab, in welche Gruppe man heineinwächst.

Verächter der Kunst - das stellt, wohl auch heute noch, aber Mitte des 19.Jahrhunderts, als das Museum erbaut wurde, erst recht eine klare Disqualifikation dar. Kunst liebt doch jeder, hat jeder zu würdigen. Wer das nicht tut, macht einen Schritt heraus aus der Gemeinschaft der Gebildeten und Wissenden. Es ist ein Ausschluß.

Die Inschrift feiert einen Ausschluß.

Man sollte meinen, daß das Wissen über die ungleiche Verteilung der Bildungsgüter inzwischen gerade dort gut verankert wird, wo diese Ungleichheit produziert und reproduziert wird.

Mitnichten.

Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preussischer Kulturbesitz schreibt anläßlich der Eröffnung des rekonstruierten Neuen Museums als Museum für Vor- und Frühgeschichte: "Zwei Großprojekte in der Mitte Berlins stehen in ganz besonderer Weise für die Verbindung von Wissenschaft und Kunst in Vergangenheit und Zukunft und werden sie in ganz besonderer Weise beleben. Das eine
von beiden ist vollendet, das andere im Entstehen begriffen: Neues Museum und Humboldt-Forum. »Artem non odit nisi ignarus« – dieser programmatische Sinnspruch des Neuen Museums krönt nun nicht mehr eine Ruine, sondern wird wieder mit Geist und Anschaulichkeit erfüllt."

Ein klares Bekenntnis zum distinktiven Sinn der Inschrift. Ist das Herrn Parzinger bloß "passiert", oder ist er der Meinung, daß es im Museum noch immer um ein Hochamt von Kunstbeflissenheit und Bildungswissen geht? Daß es noch immer bürgerlicher kultureller Hegemonie verpflichtet ist.

(Hermann Parzinger: "Artem non dit nisi ignarus". Museen als Orte von Wissenschaft und Kunst. 
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
https://edoc.bbaw.de › files › 04_Parzinger)