Donnerstag, 3. Februar 2011

Erneuerung durch Zerstörung? Das Jüdische Museum der Stadt Wien vernichtet sein wichtigstes Medium, die Dauerausstellung III. Eine Reaktion

Ein international renommiertes Objekt jüdischer und nicht zuletzt auch der Wiener Gedächtniskultur in tausend Scherben - das weckt unwillkürlich Assoziationen an böse Zeiten. Dass vor einer neuen Dauerausstellung die Entfernung der alten erfolgt, ist verständlich und üblich, allerdings unter Bewahrung der ausgedienten Objekte zumindest im Depot. An die Museumsleitung ist daher zu fragen: War dieser Vandalenakt tatsächlich die einzig mögliche Lösung? Hat man zum Abbau der Hologramme Fachgutachten eingeholt, insbesondere der Firma, die diese vor 17 Jahren errichtet hat? Hat man sich gründlich und ausreichend lange mit alternativen Lösungen auseinander gesetzt? Hat man die Stadt Wien informiert und erfolgte der Abbruch mit deren Zustimmung? Wenn ja, mit welcher Begründung, wenn nein, mit welchen Konsequenzen?
Ich hoffe, diese Fragen werden in den nächsten Tagen von kompetenter Seite beantwortet.

Beste Grüße
Martha Keil

Institut für jüdische Geschichte Österreichs
Dr. Karl Renner-Promenade 22
A-3100 St. Pölten

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