Donnerstag, 12. Juli 2012

Wir Rätseln weiter. Altes zum Klimtjahr

Es sei nicht verraten, aus welchem heimischen Blatt dieser Text stammt. Der Lektüregenuß sei ungetrübt... "Und trotz der sieben langen, bisher unbekannten Briefe Klimts an Flöge, die jetzt das Belvedere öffentlich macht. Schwärmerisch, ja. Aber inwieweit sie auch von einer Erfüllung dieses Werbens zeugen? Flöges Antworten sind nicht einmal in diesem ultimativen Klimt-Jahr wieder aus der Asche erstanden, zu der sie sie verbrannt hat. Wir rätseln also weiter. War es platonische Freundschaft? War Flöge lesbisch (sie blieb unverheiratet)? War es geschäftliches Kalkül beiderseits? Oder enttäuschte Liebe ihrerseits? Der letzte der neu entdeckten Briefe stammt aus dem April 1899. Klimt weilte in Florenz. Hatte vor den Augen aller mitreisenden Wiener Tratschen einen heißen Flirt mit der 19-jährigen Alma (später Mahler). Hatte in Wien gerade zwei seiner Modelle geschwängert (die ihm wenig später zwei Gustave gebaren). Emilie musste also geschwant haben: Klimts „Sei herzlichst geküsst und innig und lang, lang“ war nicht allein für sie reserviert. Klimt der Macho also. Der Stratege. Und das Genie. Mit dieser Mischung kann man nur in die Kunstgeschichte eingehen. Das muss 2012 niemand mehr beweisen. Zur Feier seines 150. Geburtstags darf man Details, Geschlecht und Charakter studieren, was die Wiener Museen bisher tadellos ermöglichten, indem sie ihre Sammlungen in noch nie da gewesener Weise öffneten."

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