Mittwoch, 25. Juli 2012

Wien Museum. Grau raus, Energie rein!

Während die Stadt Wien Standorte für einen Neubau des Wien Museum prüft, macht sein Direktor Wolfgang Kos den bestehenden Standort Karlsplatz zu seinem Favoriten. Eine in jeder Hinsicht wenig spektakuläre Skizze soll uns glauben machen, daß hier etwas entstehen könnte, "was die Leute noch in 100 Jahren auf Ansichtskarten kaufen ", und "spektakuläre, erlebnisstarke Museumssräume" entstehen würden", sagt Kos. Wir müssen uns also noch nicht mit der Frage beschäftigen, ob ein solcher Entwurf, wie er als Skizze und Studie lanciert wird auf dem heiklen Platz überhaupt Realisierungschancen haben kann und auch nicht, ob nicht ein zwingend notwendiger Architektenwettbewerb nicht ganz andere Lösungen bieten könnte. Denn etwas, was so weit am Sinn eines Museums vorbei argumentiert wird, als ausschließlich architektonisch spektakulär - was nun gerade die Skizze nicht einlöst -, hat wohl kaum Chancen ernst genommen zu werden. Der KURIER zitiert Wolfgang Kos, daß dieser hofft, daß das Museum "ein bisschen sein graues Image verliert, noch mehr Besucher bekommt, aber auch wieder gefühlt wird im Sinne von: Da passiert etwas, da ist Energie." Man kann aber auch der Meinung sein, daß das mehr an Energie durch die Programmierung des Hauses, durch die bislang versäumte Erneuerung der Dauerausstellung, durch Veranstaltungen und Formate, die eine lebendige Auseinandersetzung mit Wien ermöglichen, schon längst hätte stattfinden können. Ein neues architektonisches Museums-Kleid wird die Direktion Kos kaum retten.

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