Dienstag, 22. Juli 2014

Revolution im Diminutiv (Objet trouvé)





Musée Carnavalet, Paris

Verständlicher (Texte im Museum 489)


Musée Carnavalet, Paris

Fundsachen aus Vietnam (Objet trouvé)



Originalkiste mit Keramikbruchstücken des 1. bis 3. Jh.n.Chr. aus Ausgrabungen von Olov Janse. Musée Guimet, Paris

No Family values (Texte im Museum 488)



John Giorno. Site de Creation contemporaine / Palais de Tokyo. 2014

Bâoli (Museumsszene)




Sheila Hicks, Bâoli. Site de Creation contemporaine / Palais de Tokyo. 2014

Museumsbesucher


Site de Creation contemporaine / Palais de Tokyo


Sesam öffne Dich.... (Texte im Museum 487)



Sesamöl öffne Dich..., Grand Palais, Paris

Museumsszene




Palais de Decouverte, Paris

Mittwoch, 16. Juli 2014

Das Musée de la Chasse et de la Nature


Versuch, sich in Paris zu verirren. Geht zunächst gar nicht. Das Hotel, von dem ich aufbreche, liegt in einer Gegend, in der ich schon öfters gewohnt habe. Die Matrix der Vertrauten Straßen sitzt fest in meinem Kopf und steuert mich. Die riesigen Friseurläden, die Perückengeschäfte, die Straße, mit den wunderbaren Obet- und Gemüseläden, das kenne ich schon alles. Außerdem gibt es viele Orientierungstafeln, Hinweisschilder, Stadtpläne an den Metrostationen. In den inneren Bezirken von Paris geht niemand so schnell verloren. Aber irgendwann habe ich's geschafft, mitten im vierten Arrondissement, die Orientierung ist weg. 
Und plötzlich stehe ich vor einem der typischen Stadtpaläste, dessen winziges aus der Mauer ragende "Zunftzeichen" mich ahnen läßt, daß ich vor einem Museum stehe, das ich schon länger auf der Wunschliste führe: das Musée de la Chasse et de la Nature. 


Im Ausstellungsgeschoss soll ich mich zwischen Eisbär (linke Tür) und Wildschwein (rechte Tür) entscheiden. Ein Aufseher scheucht mich zum Wildschwein. Das hat in nicht naturgerechter Natur ganz gut überlebt, artig verharrt es im kargen Biotop, das aus Parkettboden und barockem Jagdbild besteht.
Das Museum ist mir sofort symphatisch. Hier ein kleiner Kunstschrank, dessen Fächer und Läden kleine Kostbarkeiten aber auch Informationen ver- und entbergen, dort ein Kunstobjekt zwischen Naturdingen, oder umgekehrt, Luster, 'naturnah' designt, eine gefaltet Überwachungskamera, die sich wie ein Vogel auf einem aus der Wand ragenden Zweig festkrallt, ein riesiger Hirsch vor einem Gobellin, zwei große Sofas, die grade eine ganze Jugendgruppe aufnehmen. 


Auf allem, worauf man nicht sitzen soll, liegen seltene getrocknete Früchte oder Samen, auf einem Schränkchen steht eine Reliquienschrein mit Vogelnestern, zur Linken öffnet sich ein Kabinett, nicht größer als ein Schrank, mit Vitrinen voller seltsamer Gerätschaften: Instrumente zur Nachahmung von Vogelstimmen. Ein grauer Wolf schleicht um die Ecke. Aus einem dunklen Raum blickt mich ein Baummensch an, zwei, drei Räume weiter steht ein verrostetes und verbeultes Kleinst-Auto, das von Baumstämmen und Zweigen durchwuchert wird. Ein waffenstarrender Raum, einer für Trophäen. Einer mit Porzellan, Geschirr, Fotografien mit Affen, denen man das gepflegte Tafeln und Speisen beibringen will, Präparate von Affen, Affen als Möbeldekor.


Man könnte denken - was für ein Sammelsurium! Was für ein Durcheinander! Aber der präzise argumentierende Text erläutert die Schwierigkeit, eine klare Grenze zwischen Affen und Menschen zu ziehen, also auch zwischen "uns" und der Natur. Jeder der Räume hat einen solchen thematischen Kern und unter ein solches Fragenniveau geht es kaum. Was so schaustellerisch unbekümmert scheint, ist ein offenes Spiel mit unserem Verständnis von Natur. Hier regiert nicht das Regelwerk der Taxonomie oder ein ökologisches Environment das Ausstellen, sondern ein subtil, witzig und intelligentes Changieren zwischen Kunst, Präparat, Möbel, Architektur, Werkzeug, Bild, Gerät.

Man bewegt sich im Ambiente einer voll ausgestatteten großbürgerlichen Stadtvilla. Vor dieser Folie erscheint alles wie eine Kunst- und Wunderkammer, in die kleine Kunst- und Wunderkammern eingeschachtelt wurden in denen man wiederum Kunst- und Wunderschränke findet.
Um mich etwas zu besinnen, suche ich mir eine Sitzgelegenheit, die nicht mit einem kleinen Objekt "gesperrt" ist und steuere auf einen barocken Lehnstuhl zu. Aber der ist auch schon besetzt - von einem zusammengekringelt schlafenden Fuchs.



Schon lange träume ich von einem Naturmuseum, das darauf verzichtet, einen unhinterfragten und essentialistischen Naturbegriff vorauszusetzen, das nicht so tut, als wäre hier alles Natur, die gleichwohl mit enormen gestalterischem und praparatorischen Geschick, also äußerst künstlich, fingiert wird. Das nicht alles in eine kunstvolle Ordnung bringt.
Hier ist es, dieses andere Naturmuseum!
Es ist ein privates Museum, aus einer Privatsammlung entstanden, einer Sammlung, in der alles Platz hatte, was irgendwie mit Natur zu tun hatte. Eiserne Hundehalsbänder, Jagdwaffen, Suppenschüsseln in Form von Wildschweinköpfen, Tische mit geschnitzten Affen als Dekor, Porzellanfiguren und und und. 



Das wäre freilich nicht viel mehr als eine Antiquitätensammlung. Doch die thematische Fokussierung zentriert die Ausstellung von Raum zu Raum, und die Themen sind, wie gesagt, anspruchsvoll. So geht es z.B. um die Projektion menschlicher Verhaltensweisen und Gefühle auf Tiere. Eine Frage, die mir als Gelegenheitskonsument einer Sendung des Österreichiscen Rundfunks "Aus dem Reich der Natur" sofort einleuchtet. Die Anthropomorphisierung, die sich dort durch alle Sendungen zieht, bildet die fragwürdige Grundlage einer sehr seltsamen Naturwissenschaft und -beobachtung. Im Musée de la Chasse et de la Nature werden solche Fragen auch (in vorbildlich knapp und verständlich abgefassten Texten) sogar historisch entwickelt. Und visuell erweitert, wenn man beim Lesen des Textes etwa vor einem Gemälde steht, wo sich eine Hunde-"Mutter" um ihre "Kinder kümmert".


Erst beim Verlassen des Museums habe ich entdeckt, daß das Museum den Besucher mit zehn Regeln empfängt, die man beim Besuch zu seinem Vorteil beherzigen sollte. Die sind in einen sehr witzigen und wunderbar gestalteten Zeichentrickfilm verpackt, wo einem unter anderem die verschieden Informationsmöglichkeiten gezeigt werden, aber auch, ganz zum Schluss des Filmchens, daß es hier nicht nur um Wissen und Information, ästhetisches Vegnügen und Unterhalten-Werden geht, sondern auch ums - Träumen und Weiterträumen nach dem Besuch...
Ganz große Empfehlung! 



Dienstag, 15. Juli 2014

Fürstliche Macht (Texte im Museum 486)

Im Louvre, neulich

Eine halbe Stunde Wartezeit zeigt eine Tafel am Ende der Menschenschlange an. Die hat sich schon um eine Wegbiegung herum in der unterirdischen Erschließung des Louvre gebildet, in den Gängen, die direkt von der Metro ins Zentrum des Museums führen. Oberirdisch wird es sich nicht weniger stauen, die meisten Besucher kommen ja durch das Nadelöhr des Tores in der Glaspyramide. Die Sicherheitskontrolle und dann die schmale Rolltreppe sorgen dort schnell für Stau und lange Warteschlangen.


Die riesige Halle unter der Pyranide, mit ihrer problematischen Akustik und einem bei Sonnenschein auch nicht grade angenehmen Klima, scheint fast voll zu sein. Es ist ziemlich laut und man muß aufpassen, niemanden umzurennen oder umgerannt zu werden. Es ist Samstag, aber vor zwei Tagen war ebenso viel los. Auffallend viele Jugendliche sind unterwegs, viele in Gruppen oder Schulklassen. Die Gastronomie agiert am Rand ihrer Kapazität. Freie Plätze gibt es nur in den teureren Lokalen.
Auf dem Weg zu den Ausstellungen schwimmt man mit in Menschentrauben. Für den Zu- und Abgang der Grand Galerie gibt's eine Einbahnregelung.
Es gibt kaum eine Sammlung, in der nicht rege Betriebsamkeit herrscht. Nur die letzte der neu eingerichteten ist fast leer - die islamische.
Man hat sie in einen der noch ungenutzten Höfe installiert, unter einem frei schwingenden Zeltdach, mit rundumlaufend verglasten Wänden. Die Museografie bedient sich hier relativ alter, freundlicher gesagt bewährter Methoden. Gedimmtes Licht, dunkle Möbel, die Objekte als Preziosen präsentiert, die Kostbarkeiten sehr dicht zusammengerückt. Auch im noch dunkleren Untergeschoss ist das so. Schatzbildung signalisiert das, Kostbarkeit, Wert, Ewigkeit. wie so oft.
Es gibt zwar externe Information, auf riesigen Bildschirmen, mit Sitzmöbeln, die vielleicht extra für nur kurzes Verweilen gedacht sind, aber die Information, die man hier bekommt ist sehr allgemein. Es sind zeitlich limitierte Text- Bild-Infos, kurze Clips, von denen die Macher wohl annehmen, daß sie der Aufmerksamkeitsspanne durchschnittlicher Besucher entsprechen. Man kann die Dauer der Infos nicht beeinflussen, was man in der vorbestimmten Zeit nicht erfasst, rutscht weg. Jeder Bezug zur Gegenwart fehlt und kann bei dieser Ausstellungsgestaltung erst gar nicht entstehen. Alles wird unterm Prinzip Kunst respektive Kostbarkeit präsentiert. Oberflächlich bleibt einem nur Staunen oder - Langeweile. 
Ich wüsste nicht, wie ich hier vor Ort zu einer vertiefenden Auseinandersetzung kommen könnte. Alles ist fein säuberlich chronologisch geordnet, vorgeschaltete Texttafeln erläutern in sehr groben Zügen Epochencharakteristika. Aber um etwas tiefer zu erfassen, müsste ich selbst vorbereitend einigen Aufwand treiben oder mich mit einem Katalog wappnen. 



Wo einem die Kultur nicht ganz so unvertraut ist, wie die islamische, gibt es wenigstens die Illusion einer verstehenden Nähe. Die allerneueste Abteilung, die des Kunstgewerbes des (französischen) 17. und 18. Jahrhunderts, bedient sich ansatzweise ebenfalls einer alten und bewährten Methode, der der Epochenräume. So frisch gefärbelt, restauriert und geputzt, ohne jede Spur von Gebrauch und Leben, wirkt das aber auch ziemlich steril, fast tot, trotz des Funkelns von Gold, Perlmutt und edlen Steinen. Zwei Jahrhunderte gabs da also nur Luxus, nur Tabaksdosen, Himmelbetten, Wandteppiche und Porzellan aus Sevres, putzige Globen, wissenschaftliche Instrumente für den königlichen Zeitvertreib. Selbst Ludwig VXI. und Marie Antoinette bleiben mit ihrem kostbaren Spielzeug völlig unbehelligt von Politik und Revolution. Die findet hier erst gar nicht statt.

In der teilweise sehr spröd designten ägyptischen Abteilung geht's ziemlich rege zu. Wie schnell manche Leute die Säle durchqueren! Ich setze mich an ein Fenster. neben mir baut sich ein Mädchen auf, mit den Händen an der Hosennaht, rückt nach Anweisungen vermutlich ihrer für mich nicht sichtbaren Eltern hin und her, bis sie die gewünschte fotogene Position hat. Dann baut sich eine kleine Gruppe vor einem aufrecht in einer Vitrine stehenden Sarkophag auf. Geblödel, Nachahmung einer Mumie. Feixen, Augenverdrehen. Bisschen lustig tot sein. Viele Fotos.


Gibt es schon eine Untersuchung zur Veränderung des Museumsbesuchs durch das Handy? Mir ist noch nie so sehr wie hier aufgefallen, wie viel mit dem Handy fotografiert wird. Oder eher nur geknipst. Manchmal nur so im Vorbeigehen. Oder im Multitasking, in der einen Hand den Audioguide am Ohr, mit der andern das Bild geknipst. Etwa die Hälfte dieser Knipserei aus der Hand gilt Räumen und Objekten, eine andere Hälfte den Verwandten, Freunden, der Familie, die vor einem Objekt fotografiert wird. Für medienaffinen Nachwuchs ist gesorgt. Im Mona-Lisa-Raum begegnet mir ein Zwillingskinderwagen, mit einem Buben, der auf sein Tablet fixiert ist und einem Mädchen mit Smartphone. Ich nehme nicht an, daß sie in kunsthistorischer Lektüre vertieft sind und die Gemälde würdigen sie keines Blickes - könnten sie aus ihrer transportbedingten Froschperspektive auch kaum. 
Vor der Mona Lisa die übliche geballte Menge, aber anders als noch vor Jahren mit Dutzenden über die Köpfe hochragenden Händen mit allen Typen von Aufzeichnungsgeräten. Vielleicht liegt der Sinn dieses Aufzeichnens immer noch in dem, was schlichtere Medien früher leisteten, wie etwa die Kunstpostkarte, nämlich zu Hause sich der Begegnung mit dem Original und dessen tatsächlichem Vorhandensein zu versichern. Nippen an Identitätsbedeutsamkeit, an der eigenen, an der des Objekts.


Ich habe mich bei meinem Louvre-Besuch gefragt, ob das Sehen im Museum durch den Vervielfältigung des Mediengebrauchs noch flüchtiger geworden ist, als er seit dreißig oder mehr Jahren ohnehin beschrieben wird, etwa unter dem Stichwort "cultural window shopping". Aber um das zu beobachten, bin ich zu müde. Das Klima im Museum ist anstrengend. Manchmal ist es stickig und schwül, manchmal einfach nur zu warm, in den Sälen mit den zahllosen Corots erzeugt eine überdimensionierte Klimaanlage Gruftkälte, es ist dort kaum auszuhalten. Ausgerechnet jetzt, wo ich Lust auf Langsamkeit hätte.
Das Museum ist als Ganzes sichtbar gestresst. Was nicht in neuerer Zeit restauriert, umgebaut oder, wie die Islamische Abteilung, ganz neu errichtet wurde, blättert, korrodiert, verschmutzt, wirkt ungepflegt. Das WC, das ich benutze - es gibt eindeutig zu wenige inzwischen - ist in einem desaströsen Zustand. Auch hier: Warteschlangen. 
An allen Ecken und Enden wird vor Taschendieben gewarnt. Auch der Orientierungsplan, der in vielen Sprachen ausgegeben wird, bietet ganz ausführliche Verhaltensregeln an, wie man sich vor Diebstahl schützen kann. Links und rechts der Mona Lisa hängen schon lange keine Bilder mehr, dafür aber jetzt und unübersehbar, mit dem begehrten Bild ein Triptychon bildend, zwei Diebs-Warntafeln. Ein kleiner unabsichtlicher Gag - die Mona Lisa ist ja auch schon mal geklaut worden.

Knapp 10 Millionen Besucher hat der Louvre derzeit. Er ist das meistbesuchte Museum der Welt. Obwohl es riesig ist, hat man den Eindruck, bei einer Zunahme der Besucherfrequenz würde selbst dieses Museum an Grenzen stoßen. Trotz der vorbildlich dichten orientierenden Beschilderung und des Folders mit dem Museumsplan fällt die Orientierung manchmal schwer. Verirren ist zwar auch nicht schlecht, ohne Verirren hätte ich die Corots im zweiten Stock nicht entdeckt, aber mit zunehmender Müdigkeit sinkt die Lust lange Korridore und Ebenen mit weiteren Hundertschaften von Objekten zu durchqueren, nur um eine bestimmte Objektgruppe oder Sammlung zu erreichen.
Angesichts solcher und anderer Museumszustände würde in letzter Zeit öfter die Sehnsucht nach "Rückbesinnung" laut, eine Sehnsucht nach elitistischer Versenkung und Einsamkeit im Dialog mit den Bildern, ungestört von "den Massen". Also nach aus der Romantik stammender Versenkung als Modus der Bildnisbegegnung. Klingt ein wenig wie die bei Entstehung des öffentlichen Museums laut werdenden Stimmen, nicht jeden Pöbel zuzulassen, in die heiligen Hallen.
Das wird es in einem solchen Museum nicht geben, und es ist auch nicht wünschbar. Zustände wie die im Louvre sind das Ergebnis einer Entwicklung, wie sie wesentlich vom Louvre selbst angestoßen würde. Das Recht auf Bildung für alle, also auch das Recht Museen besuchen zu können, damals völlig neu, kippt unter den Bedingungen des organisierten Massentourismus in einen Zustand, der irreversibel erscheint.
Man kann sich nur selbst dazu verhalten, Inseln der Aufmerksamkeit schaffen, der Konzentration, was aber in einer solchen Betriebsamkeit und angesichts der Fülle und Qualität der Sammmlungen in einem "Weltmuseum" wie dem Louvre wirklich schwer ist. Ja, Der gute Rat von Valery und Adorno, sich ein, zwei Bilder zu suchen, und sie so ernst zu nehmen wie irgend möglich - das soll mir mal einer vormachen, in der Grand Galerie zum Beispiel. 
Auch der Louvre wird weiter wachsen, nicht nur mit "Filialen" expandieren, wie nach Lens oder Abu Dhabi, sondern auch in Paris, vielleicht gibt es noch museal nicht genutzte Räume oder Höfe, vielleicht kann man noch tiefer unter die Erde gehen, aber die derzeitige politische und wirtschaftliche Situation läßt es als nicht wahrscheinlich aussehen, daß es in naher Zukunft eine Überbietung von Mitterands Grand Louvre geben könnte. der Stress wird bleiben.


Samstag, 12. Juli 2014

Museen der Liebe

Eine von Popularphilosophen kuratiert Ausstellung im Rijksmuseum Amsterdam. "Art is Therapy" entwickelt eine neue Aufgabe für Museen, an die ich nicht ganz so schnell gedacht hätte. Kunst als Lebenshilfe, Kunst als Hilfe, ein gutes Leben zu führen. 

Alain de Bottom und John Armstrong im Originalwortlaut: "Die Therapeutika - die Kunstwerke - würden, wenn die Museen erst einmal zu Tageskliniken (mit  Wellnessbereich) umgestaltet wären, nicht mehr nach kunsthistorisch-chronologischen Kriterien, sondern nach psychischen Bedürfnissen und Schauplätzen der Seele sortiert und arrangiert. Auf diese Weise entstünden Galerien des Leidens und Mitleidenschaft, der Liebe und der Selbsterkenntnis . . . Und wenn die verordneten Arzneien nicht mehr wirken sollten, bestellte die Einkaufskommission bei den dienstbaren Künstlern genau das, was zur Seelenpflege jeweils gerade gebraucht würde." Ohne Witz.

Donnerstag, 10. Juli 2014

Totgesagte leben auch nicht länger. Skurille Falschmeldung über Sammlung Essl und Baumax

Für fünf oder zehn Minuten schien alles Vorbei. Karl-Heinz Essl verkauft, und zwar alles. Heißt Konzern und Sammlung. So die Tageszeitung "Die Presse" am Puls der Zeit. Falsch, wie sich schnell herausstellte. Quelle des "Missverständnisses": die Austria Presseagentur. "Die Presse" hätte aber überprüfen müssen, ob das so den Tatsachen entspricht und es hätte auffallen müssen, dass es um eine irrige Interpretation eines vor Monaten aufgesetzten Vertrages geht. Macht ja nix. Ein bisserl Totsagen schadet ja niemanden. Essl wirds trotzdem nicht überleb, alle Informationen über den Zustand der Baumarktkette "Baumax" deuten darauf hin, daß da kaum noch was zu retten sein wird.

Montag, 7. Juli 2014

And now something completely different

Eine Ausstellung, die ihre Besucher mit ihren Ausscheidungen bekannt und vertraut, wenn nicht versöhnt machen will.
http://diepresse.com/home/panorama/welt/3832131/Tokio_Museumsbesucher-spulen-sich-selbst-im-Klo-hinunter?hd=4