Donnerstag, 23. Juni 2016

Das Museum als Unternehmen. Folgerichtig mit Korruptionsanfälligkeit?

Ganz neu ist das ja nicht, daß Leiter österreichischer Museen ins Gerede kommen, ob ihres kreativen Umgangs mit dem Budget und ihrer innovativen Verwendung bzw. Acquierung von Mitteln. Bislang konnten die Betroffenen mit einem gewissen öffentlichen Desinteresse rechnen und einem relativen - je nach dem - Genialitäts- oder Schrulligkeitsbonus. Wovon sie bislang unbehelligt blieben, war genau die wegen der "Vertrieblichung" von Kultureinrichtungen und dem neuen "Viraugenprinzip" gestärkte Kontrolle. Doch weder hinderte der Einsatz eines kaumfmännischen Neben- oder Zweitdirektors die Museen daran, ihre Geschäfte partiell fragwürdig zu betreiben, noch erwies sich die Kontrollinstanz als kontrollfreudig.
Das spektakulärste Beispiel dafür war das Burgtheater.
Aber jetzt hat mal einer "Nein" gesagt. Der Kuratoriumsvorsitzende des Belvedere hat das Bestellungsverfahren der neuen, doppelten Leitung "ausgesetzt". Warum? Weiß man nicht so genau. Es gibt Compliance-Vorwürfe. Gegen die amtierende Leitung. Agnes Husslein.
Compliance ist so etwas wie ein interner Ehrencodex, Regeln, auf deren Einhaltung man sich in einem Unternehmen einigt. Warum im Fall eines Museums bestehende Gesetze nicht ausreichen, versteh ich nicht.
Vielleicht tut da ja der Skandal um das Burgtheater seine Wirkung und man traut sich nicht mehr so ganz, sich friedlich, dezent, still, amikal zu "einigen".
Sollten die Vorwürfe stimmen, kann man sich noch etwas überlegen. Mit der "Vertrieblichung" von Museen stiegen die Gehälter von Leitungen exorbitant, in die Höhen, wo man sich gerne mal wieder fragen kann: "Wo war (ist) der ihre Leistung?" Und: Wieso korrelliert die Gehaltshöhe mit der Anfälligkeit für ökomisches Unorthodoxes?

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