Dienstag, 23. Dezember 2014

Ausstellungstipp in letzter Minute: Weltkulturenmuseum Frankfurt mit "Ware & Wissen"

Sehr angetan haben es mir die Texte in der Ausstellung. Es sind, vor allem im ersten Raum, sehr viele und von Künstlern, Schriftstellern, Wiisenschaftern und der Leiterin des Museums verfasst. Alleine diese Collage aus Texten ist dermaßen reich an Informationen und Fragen, an Reflexion und Nachdenklichkeit, daß ich gerne einen halben Tag dort verbracht hätte, mit dem Katalog durchs Haus flanierend, mit Notizbuch im Foyer sitzend, vielleicht auch im Gespräch mit MitarbeiterInnen. Unglücklicherweise kollidierten meine Reiseplanung mit der Schließzeit des Museums, daß es dann nur zwei, drei Stunden sein konnten.

 Nur noch bis zur ersten Jännerwoche (4.1.) ist im Frankfurter Museum der Weltkulturen die Ausstellung "Ware & Wissen (or the stories you wouldn't you tell a stranger) zu sehen. Die Ausstellung ist der vorläufige Schlußpunkt einer etwa ein Jahr dauernden Recherche zur Geschichte des Hauses und eine vielfältige Selbstbefragung der historischen Sammlungen und der gegenwärtigen Aufgabe des Museums. Unter den ethnologischen Museen, die ich kenne, nimmt das Frankfurter Museum unter Clementine Delisse eine Avantgardeposition ein. Die Selbsterforschung fiel radikal aus und die Debatten, die der Ausstellung vorangingen (und vorbildlich im Katalog eingearbeitet sind) und die Ausstellung sind vielstimmig, facettenreich und originell. Wers gar nicht schafft nach Frankfurt sollte sich unbedingt den tollen Katalog beschaffen. Hier werden Wege angebahnt, wie man mit dem fragwürdigen und problembeladenen Museumstyp 'Völkerkundemuseum' - vielleicht - weitermachen und vor allem weiterkommen kann.

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