Montag, 13. August 2012

Finanzkrise = Museumskrise? Ein Beispiel aus den USA

Der Stiftungsrat der Corcoran Gallery, einer nichtstaatlichen Institution, die mehrmals hintereinander ein Millionendefizit erwirtschaftet hat, hat den Verkauf des Museumsgebäudes beschlossen und den Umzug in einen Vorort von Washington.
Der Berichterstatter der NZZ listet folgende Verfehlungen auf, aus denen man sich - sehr unterschiedliche - Gründe für diese Entwicklung wohl selbst zusammenstellen soll: die Konkurrenz zu den zahllosen staatlichen Museen in Washington, namentlich der National Gallery, ungenügende Pflege der Beziehung zu Sponsoren, Mäzenen und Sammlern, schlechtes Marketing und ungenügenede Öffentlichkeitsarbeit, Verprellung jüngerer, aufgeschlossenerer Besucherschichten durch die Absage einer Robert Mapplethorpe-Ausstellung, womit sich die Galerie auch langfristig Schaden zugefügt habe.
Kann es nicht an einer schlechten Programmierung gelegen haben? Nein, das Museum betreibe eine interessante Ausstellungspolitik, versichert uns Roland D. Gerste. (Der Artikel, "Umzug nach Suburbia", ist hier zu finden).

Und hier noch zwei Fotos der Galerie, die demnächst ein Appartementgebäude, eine Bank, ein Hotel, ein Verwaltungsgebäude sein könnte.

1869 wurde die Galerie von William Wilson Corcoran gegründet. Anfangs befand sich das Museum an der 17Street und Pennsylvania Avenue in dem Gebäude, das heute die Renwick Gallery beherbergt. 1897 war der Museumsbestand so groß geworden, das ein neues größeres Gebäude an der 17th Street und New York Avenue erforderlich wurde. Gestaltet wurde das neue Museumsgebäude von Ernest Flagg in Beaux-Arts-Architektur.

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