Donnerstag, 10. Februar 2011

Sprachlos. Ein weiterer Kommentar zum Abbruch der Hologramme im Jüdischen Museum der Stadt Wien

Ich bin sehr bestürzt über die Entfernung und Zerstörung der Hologramme auf diese Art und Weise. Und auch die Reaktion der Direktorin des Jüdischen Museums, lässt mich – hinsichtlich der aktuellen Selbstpositionierung des Museums – sehr irritiert zurück. Nicht nur, dass keine Debatte VOR der Zerstörung der Hologramme stattgefunden hat, auch dass Frau Spera in ihrer Stellungnahme ausschließlich auf technische Notwendigkeiten rekurriert, spricht für sich bzw. gegen sie.
Die Hologramme waren bei meinen Exkursionen mit Studierenden der (Zeit)Geschichte ein Fixpunkt, um ganz grundlegend über museale Re/Präsentationsmöglichkeiten und die Erzählbarkeit von Geschichte im Allgemeinen und von jüdischer Geschichte nach der Shoah im Besonderen zu diskutieren. Einen solch hohen Grad an Reflexion über das eigene Tun wie sie das JMW mit seiner Dauerausstellung zum Ausdruck brachte, findet man auch in internationaler Hinsicht nicht in vielen Museen.
Umso sprachloser lassen diese aktuellen Bilder und unreflektierten Rechtfertigungsstrategien der Verantwortlichen zurück.

Dr. Heidrun Zettelbauer
Universität Graz
Institut für Geschichte - Österreichische Geschichte

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