Mittwoch, 9. Februar 2011

"Das waren keine Exponate". Danielle Spera antwortet auf die Kritik an der Zerstörung der Hologramme

Danielle Spera: "Keine Exponate..."
1. Bericht
Nur einen Tag nach dem Erscheinen eines ausgewogenen Berichts von Duygu Özkan in (hier zu ihrem Text) der Tageszeitung DIE PRESSE zum Abbruch der Hologramme (Teil der Dauerausstellung des Jüdischen Museums) antwortet die Leiterin des Museums, Danielle Spera, in derselben Zeitung in einem Interview auf die Kritik. (Hier zum Text in der Online-PRESSE).
Eine ihrer wichtigsten Argumente lautet "Das waren keine Exponate, sondern Schautafeln, Medien zur Darstellung von Inhalten. Heute würde man das am Bildschirm mit einer Animation machen."
Sie wiederholt, daß aus technischen Gründen, die Erhaltung der Hologramme nicht möglich gemacht habe und die Umbauarbeiten im Haus aber ihre Entfernung nötig gemacht hat.
Es sei ein Satz von Duplikaten der Hologramme vorhanden, über deren Ausstellung sie mit einem amerikanischen Museum verhandle.
Zu möglichen Motiven der Kritiker sagt sie: "Es ist ein Kreis, in dem sich das dreht. Da geht es um andere Gründe, über die ich nicht spekulieren will."
Und dann: "Wenn Fotos auf einem Blog landen, dessen Autor mir bei meiner Bestellung bescheinigt hat, ich sei nicht qualifiziert, wird klar, wer hier Aufregung geschürt hat und wollte, dass mein Name in den Schmutz gezogen wird."

2. Kommentar
Der Satz über die 'Schautafeln, die keine Exponate' waren, ist so unbedarft, daß ich ihn nicht kommentieren will; jeder, der sich ein wenig mit Museen beschäftigt, wird ihn 'verstehen' und sich selber seinen Teil denken.
So wie es eine Schuldige im Museum gibt, für Frau Spera, die Mitarbeiterin, die die Fotos gemacht hat und womöglich auch verschickt, muß es auch außerhalb einen Schuldigen geben.
Und da hat sie mich entdeckt. Die Formulierung aus einem Post im Dezember 2009 - und ich finde nur diese Textpassage in meinem Blog, auf den sich ihre Äußerung beziehen könnte -, lautet: "Aus den Zeitungsberichten war nichts über eine Qualifikation für den Job einer Museumsdirektion herauszulesen. Keine Managementerfahrung, keine mit dem Ausstellen, keine einschlägige wissenschaftliche Qualifikation."
Das ist nun doch ein wenig was anderes, als das was sie mir unterstellt, aber es war und es ist schon so, daß sich sehr viele gefragt haben, warum wird jemand mit der Leitung eines ebenso wichtigen (für die österreichische Geschichtskultur z.B.) wie international hoch angesehenen Museums berufen, der die für solche Positionen übliche Qualifikation nicht hat.
Es geht dabei kaum um Frau Spera und schon gar nicht darum ihren "Namen in den Schmutz zu ziehen", sondern eher um eine Frage, die man an das Berufungsgremium und an die Verantwortlichen der Stadt Wien stellen muß.

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