Dienstag, 29. Dezember 2009

Warum "Museologien"?

Sammlung und Museum waren und sind begleitet von Wissen, das sich nicht bloß auf Gegenstände, Objekte, Exponate, sondern auf das Sammeln und auf das Museum selbst bezieht: Das Sachwissen, das die Praxis anleitet, z.B. das Ordnen, Ausstellen, Konservieren, Kommunizieren und das Reflexionswissen, das z.B. die kulturelle Bedeutungen oder die sozialen Funktionen betrifft.
Für dieses Wissen setzt sich mehr denn je das Wort Museologie durch. Doch die Einzahl ist irreführend. Es gibt nach Methode, Erkenntnisinteresse, Gegenstandsbereich oder Anwendung viele ‚Museologien’.

Mit dem Boom des Museums und der Konjunktur des Museums als Gegenstand vieler Wissenschaftsdisziplinen hat sich in den letzten zwei, drei Jahrzehnten eine kaum überschaubare Vielfalt der Fragestellungen, Debatten und Schwerpunkte entwickelt.

Mit der Entdeckung der Vielgestaltigkeit des Museums, seiner Hybridität - das Museum als Speicher, als Welt, als Symptom, als Schaustellung, als Wissensort, als Agentur der sozialen Distinktion, als Schule des Befremdens, als Gedächtnis, als.... - musste die Komplexität der Museumsdiskurse zwangsläfig zunehmen.

Das Museum ist zu einem Schlüsselphänomen der Moderne geworden und zum Gegenstand sehr vieler und sehr unterschiedlicher Befragungen, Interessen und Forschungen. Unter einem einzigen Dach ‚Museologie’ lässt sich all das nicht mehr unterbringen.

Mit diesem Blog möchte ich etwas von dieser mich faszinierenden Vielgestaltigkeit des "Museumswissens" spiegeln - und konsequenterweise ist er offen für Beiträge von 'Gästen', die möglicherweise eine weitere Museologie repräsentieren...

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